Marte Meo

Marte Meo – Die ressourcenorientierte Methode zur Entwicklungsunterstützung

Der Name „Marte Meo“ ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet sinngemäß etwas "aus eigener Kraft" erreichen. Dies ist auch der Grundgedanke der Methode. Anhand von kurzen Film-Sequenzen in Alltagssituationen werden vorhandene Ressourcen von allen Beteiligten in Interaktionen detailliert aufgezeigt. So können bestehende Fähigkeiten bewusster genutzt, gestärkt und erhalten werden.

Seit 2012 gehört die Marte Meo-Methode in unserem Unternehmen zum Alltag. Wir freuen uns daher sehr, dass die Bremer Heimstiftung am 27. April 2022 von Maria Aarts, der Gründerin von Marte Meo, zum internationalen Marte Meo Kompetenzzentrum ernannt wurde.

Sie möchten mehr über Marte Meo erfahren? Dann sind Sie auf dieser Seite genau richtig!

Was ist Marte Meo?

Marte Meo ist eine ressourcenorientierte Methode zur Entwicklungsunterstützung.
Die Grundlage der Methode ist das genaue Beobachten und Analysieren von Interaktionsmomenten im Alltag. Es werden kurzen Videoaufnahmen in Alltagssituationen erstellt. Diese werden im Anschluss analysiert, um möglichst genau herauszufinden, was der Mensch mit Demenz benötigt, damit er in seiner Eigenkompetenz unterstützt und in seinem Wohlbefinden gefördert wird. Fähigkeiten werden erkannt, aktiviert und weiterentwickelt.

Wie ist Marte Meo entstanden und wer hat die Methode entwickelt?

Maria Aarts ist die Gründerin und Direktorin von Marte Meo International, Eindhoven, Niederlande. Sie ent­wickelte die Marte Meo Methode in den frühen 80er Jahren in ihrer Arbeit mit autis­tischen Kindern. Die Methode wird von ihr seitdem kontinuierlich ausgebaut.

Maria Aarts erkannte die Notwendigkeit, Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen eine Methode an die Hand zu geben, die im persönlichen Alltag leicht anwendbar ist. Ihre Idee war, Eltern ähnliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die sich auch Fachkräfte angeeignet haben, um Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern.

Die Methode mit ihrem Ursprung in der Erziehungsberatung wird zunehmend auch in der Arbeit mit Senioren erfolgreich angewendet, hier insbesondere im Kontakt mit Menschen mit Demenz. 

Wo wird Marte Meo eingesetzt?

Marte Meo wird international in mehr als 50 Ländern in sozialen, medizinischen, pädagogischen und therapeutischen Berufen erfolgreich angewendet.

Beispiele:

  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Altenhilfe/ -pflege
  • Schulen
  • Ergo-, Logo-, Physiotherapie
  • Ärzte/Kliniken
  • Palliativmedizin/Hospizdienste
  • Personalentwicklung

Marte Meo kann überall, wo Interaktion stattfindet, eingesetzt werden und ist von jedem erlernbar.

Wozu wird Marte Meo innerhalb der Bremer Heimstiftung eingesetzt/angewendet?

Die Teilnehmer:innen der Schulungen erhalten mittels ausgewählter Video-Clips aus dem Alltag ganz konkrete  Informationen darüber, wie sie gelingende und förderliche Beziehungen mit Menschen mit Demenz gestalten können.

Marte Meo als ressourcenorientierte Methode zeigt auf, wie es gelingt Menschen mit Einschränkungen im Alltag Orientierung, Sicherheit und Wertschätzung zu vermitteln.

Die Methode gibt konkrete und praktische Informationen und Handlungssicherheit, um als herausfordernd erlebte Situationen zu bewältigen -  Schwierigkeiten sind Chancen zum Wachstum.

Sich selbst als Mitarbeiter kompetent zu erleben ist eine wichtige Voraussetzung für positive Arbeitsmotivation, Durchhaltevermögen und Zuversicht! Das Erkennen und Betrachten eigener, häufig unbewusster Kompetenzen, stärkt die Selbstwirksamkeit, das Selbstwertgefühl, die Zufriedenheit und das soziale Miteinander. Marte Meo kann als Burnout-Prophylaxe gesehen werden.

Mit seiner wertschätzenden und entwicklungsorientierten Grundhaltung gilt die Marte Meo Methode als innovatives Arbeitskonzept im psychosozialen, pädagogischen, pflegerischen und medizinischen Bereich. Positive Veränderungen werden nicht nur durch Worte, sondern besonders durch Bilder angeregt.

Dies eröffnet die Sicht auf ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten, macht Mut für Entwicklung und führt die Menschen wieder „in die eigene Kraft“.

Welche Situationen werden gefilmt?

Die Grundlage der Methode ist das genaue Beobachten und Analysieren von Interaktionsmomenten. Alltagssituationen werden gefilmt. So werden beispielsweise Filme während einer Essenssituationen, bei Betreuungsangeboten oder bei der Mobilisation gedreht.

Wonach wird in den Clips geschaut?

Bei der Analyse werden gute Momente hervorgehoben. Mittels Video-Clips ist es möglich kleinste Interaktionsmomente sichtbar zu machen. Der Marte Meo Trainer analysiert den Film und erklärt warum eine Situation gelingt. Hierzu wird das Marte Meo 3W Beratungsmodell verwendet.

WANN? - in welchem Interaktions-Moment?
WAS? - kann ich genau tun?
WOZU? - ist es wichtig? Was wird unterstützt?

Wie ist der Datenschutz geregelt?

Jeder Mensch hat ein Recht am eigenen Bild. Wir erbitten daher vor Beginn der Filmaufnahmen eine schriftliche Einverständniserklärung der zu filmenden Personen. Diese kann jederzeit widerrufen werden. Für die Nutzung der Videofilme gibt es zwei Stufen.

In der ersten Stufe erklären Sie sich bereit, dass überhaupt Videoaufnahmen von Ihnen bzw. Ihrem Betreuten / Vollmachtgebenden gemacht werden dürfen. Die Filme werden anschließend gemeinsam mit ausgebildeten Marte Meo Trainer:innen angesehen und besprochen. Nach Abschluss der Beratung werden die Aufnahmen gelöscht. Signalisiert eine Person, dass sie nicht gefilmt werden möchte, entstehen auch keine Aufnahmen.

In der zweiten Stufe bitten wir um die Einwilligung zur Freigabe von Filmen als Lehrfilme oder für Fachtage und Kongresse. Ihr Einverständnis erklären Sie jeweils nur für den entsprechenden Clip.

Wer kann Marte Meo erlernen?

Marte Meo kann überall dort, wo mit Menschen gearbeitet wird, eingesetzt werden und ist von jedem erlernbar.

Kontakt

Internationales Marte Meo Kompetenzzentrum Bremer Heimstiftung
Sabine Grupe
Pawel-Adamowicz-Straße 50
28327 Bremen

Tel. (0421) 699 039 54
martemeo[at]bremer-heimstiftung.de